02.05.2016 9:39

Video im Handwerk - mit bewegten Bildern punkten

Jedes Unternehmen steht vor der Herausforderung auf die eigenen Leistungen aufmerksam zu machen. Meistens bedient man sich klassischer Werbung, wie Anzeigen in Branchenbüchern oder Zeitungen. Die digitalen Medien bieten eine ganze Reihe von neuen Möglichkeiten und Wegen – zum Beispiel Video.

Der Aufwand ein Video zu produzieren, hat in den vergangenen Jahren stark abgenommen. Die Zahl der Videos auf YouTube oder anderen Seiten ist enorm hoch und die Tatsache, dass „YouTuber“ eine Form der Karriere darstellt zeigt, dass Videos auch angesehen werden.

Neben Spaßvideos und der Vorstellung neuer Schönheitsprodukte von Teenagern sind „HowTo“ Videos unter den beliebtesten Themen zu finden. In diesen Videos wird erklärt, wie man einen Wasserhahn repariert oder einen Pullover strickt – von Bastlern für Bastler. Es gibt jedoch Grenzen, wie die Elektroinstallation oder die Reparatur eines Daches, wo der Profi, also der Handwerker gefragt ist. Eine Chance für Handwerksbetriebe.

Warum Video? 
In einem Video können Handwerker zeigen was sie können. Daher eignet sich ein Video für das Handwerk sehr gut. Materialien, Werkzeuge oder die Bearbeitung eines Werkstücks kann mit Bildern dargestellt, und muss nicht lange beschrieben werden. Der Kunde sieht, wie gearbeitet wird und zeigt die hohe Qualität des Endergebnisses – das macht das Handwerk aus. Der Inhalt zählt und muss nicht durch blumige und übertriebene Floskeln künstlich aufgewertet werden. Dies sorgt für Vertrauen. Der Handwerksbetrieb kann zeigen, wer er ist und was es kann. Je ehrlicher und bodenständiger desto glaubhafter. Für den Zuschauer ist es sehr viel einfacher ein Video anzusehen, als einen langen Text zu lesen. Durch die Verbindung aus Bild und Ton können auch komplizierte Themen kurz erklärt werden. Bilder zeigen, was gleichzeitig erklärt wird – das prägt sich ein.

Themen für Video 
Die besonderen Kenntnisse über Materialien und Werkzeuge lösen bei Nicht- Handwerkerkern Faszination aus. Die Zahl der Selbermacher steigt wieder an und „Howto“ Videos stehen bei den Nutzern von Video Plattformen hoch im Kurs. Wer seinem Publikum erklärt, wie man Farbe an die Wand bekommt oder einen Wasserhahn tauscht, bleibt in guter Erinnerung und wird bei dem nächsten größeren Projekt eher hinzugezogen.

Themenbeispiele 
Garten- und Landschaftsbau Es ist für viele Menschen spannend zuzusehen, wie sich eine Wiese in einen gepflegten Garten verwandelt. Das ist eine Geschichte, die sich sehr gut einsetzen lässt um die Lust am Gärtnern zu wecken, den Beruf zu erklären oder zu zeigen, was sich alles aus dem Vorgarten machen lässt. Mit einem Online- Video ist es beispielsweise denkbar, ein Video- Magazin herauszugeben, das regelmäßig Ideen,Tipps und Trends zur Garten und Landschaftspflege darstellt. Bäcker und Konditoren Wer backt das Brot und die Brötchen? Wer zaubert diese prachtvollen Torten? Welche Rohstoffe werden verwendet? Die Antworten auf diese und viele weitere Fragen lassen sich zum Beispiel in einem Image-Video oder in einer Mini-Reportage beantworten, die auf der Internetseite oder im Verkaufsraum abgespielt werden können. Selber machen oder machen lassen? Ein Video lässt sich heute mit den einfachsten Mitteln drehen. Jedes Smartphone verfügt über die Videofunktion und Software für die Nachbearbeitung gibt es ebenfalls kostengünstig. Mit etwas Talent und Zeit kann heute also jeder ein Video aufnehmen, zuschneiden und im Internet veröffentlichen. Wer es sich zutraut und mit einem einfachen Video zufrieden ist, sollte es machen. Es gibt zahlreiche Beispiele – vor allem aus dem englischsprachigen Raum – von Smartphone-Videos, die großen Erfolg haben. Aus eigenem Interesse empfehle ich aber, das Video erst in kleinem Kreis zu zeigen und die Reaktionen abzuwarten, bevor man an die Öffentlichkeit geht. Wer von vornherein auf Nummer Sicher gehen möchte, sollte sich an einen Profi wenden. Dieser hat neben einer besseren Ausstattung vor allem mehr Erfahrung mit der Produktion und kann so von Anfang an, dabei helfen Fehler zu vermeiden und sorgt schon aus Eigeninteresse für ein gutes Ergebnis. Wichtig bei der Auswahl eines Produzenten ist, neben der Fachkunde, Vertrauen und Verständnis für das Gewerk.

Kosten
„Was kostet ein Video?“ ist eines der größten Unsicherheiten. Die Antwort auf diese Frage ist oftmals leider sehr unbefriedigend, denn sie lautet meist:“ Es kommt darauf an.“ Dabei ist die Kalkulation für ein Video gar nicht kompliziert. Wichtig ist jedoch, dass klar über das Endprodukt und offen über die Wünsche und Möglichkeiten gesprochen wird. Eine Beispielrechnung Um ein Video mit etwa 15 Minuten Länge zu produzieren, das auf der Internetseite oder auf YouTube abgespielt wird, muss man mit folgendem Aufwand rechnen: Konzept Auch bei einer einfachen Produktion sollte es immer ein Konzept geben. Es beinhaltet Einstellungen, wie das Bild aussehen soll, Darsteller, Texte und Beschreibungen. Für ein einfaches Drehbuch sollte nicht mehr als ein oder zwei Stunden reiner Arbeitszeit anfallen – inklusive Änderungen.

Produktion 
Nach einer Faustregel ist das Verhältnis etwa 1:10. Für 15 Minuten Film braucht man 150 Minuten Material. Auch mit Umbauten und Drehortwechsel sollte sich ein kleines Projekt in 2-3 Stunden realisieren lassen.

Nachbearbeitung 
Aus dem Rohmaterial muss anschließend ein Film erstellt werden, also Szenen geschnitten und in Reihenfolge gebracht werden, farblich bearbeitet und der Ton angepasst werden. Eventuell fallen weitere Kosten für Musik oder Zusatzmaterial an. Dies ist sehr individuell und wird in der Rechnung nicht berücksichtigt. Je nach Qualität des Drehbuchs und des Rohmaterials wird die Nachbearbeitung weitere 3-4 Stunden in Anspruch nehmen. Mit einer Stunde Puffer bedeutet ein 15 Minuten Film demnach 10 Stunden Arbeitszeit.

Lampenfieber 
Es ist für viele Menschen ein komisches, bis unangenehmes Gefühl vor einer Kamera zu stehen, zumindest am Anfang. Auch mir ging es bei den ersten Aufnahmen nicht anders. Wer das vor-der-Kamera Gefühl kennt, kann auf den Darsteller eingehen und dabei helfen, das Lampenfieber in den Griff zu bekommen.

Fazit 
Video bedeutet etwas Arbeit und Aufwand, hat aber viel Potenzial um Aufmerksamkeit zu wecken und im Gedächtnis der Kunden zu bleiben. Mit dem richtigen Partner erhält man ein Ergebnis, das sich sehen lassen kann ohne dabei den zeitlichen und finanziellen Rahmen zu sprengen.

Stig Pfau berät Unternehmen in Medien- und Kommunikationsfragen. www.mediatwo.de

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