25.10.2018 11:03

Topp-Innovatorin begeistert auch ihre Mitarbeiter

Menschliches über fachliche Faktoren gestellt und damit Loyalität und Identifikation mit dem Unternehmen und Produkten gefördert

Liebe Frau Engel-Dahan, Sie sind seit vielen Jahren erfolgreiche Unternehmerin und führen momentan Ihr zehntes Unternehmen Lock Your World GmbH & Co. KG. Sie gehören mit Ihrem Unternehmen zu den besten Deutschlands und sind mit Ihrem Produkt "pylocx" mehrfach ausgezeichnet. Unter Anderem gehören Sie zu den Top 100-Innovatoren 2017 und 2018, sind nominiert für den Großen Preis des Mittelstands und seit 2014 Vorbild- Unternehmerin des Bundeswirtschaftsministeriums, um nur einige der Meilensteine zu nennen. Der Fachkräftemangel ist in aller Munde, doch Sie scheinen keine Schwierigkeiten zu haben, gute Leute für Ihr Unternehmen zu finden. Was ist Ihr Erfolgsrezept in Bezug auf Mitarbeiter oder Azubis?

Mit Begeisterung zum Ziel

Wir haben glücklicherweise immer mehr Nachfragen als Bedarf. Mir ist es wichtig, dass sich die Mitarbeiter wohlfühlen. Das wichtigste Attribut, das ein Mitarbeiter mitbringt, ist Loyalität. Wenn ich spüre, dass ein Bewerber ins Team passt, aber ggf. noch Erfahrung im einen oder anderen Bereich fehlt, dann kann es trotzdem zum Arbeitsvertrag kommen. Denn wer Willenskraft und gesunden Menschenverstand besitzt, diesen mit Verständnis zu Abläufen paart, der wird sich in alle Prozesse eindenken können.

Ein aktiver Katalysator ist die Freude am Tun und die Identifikation mit dem Unternehmen und dem Produkt oder Geschäftsmodell. Wenn man stolz auf das ist, was man tut, dann spüren das auch die Kollegen, die Kunden, die Partner. Das kann nur zum Erfolg führen.

War das immer so? Wenn ja, warum? Wenn nein, bitte skizzieren Sie Ihre wichtigsten Erkenntnisse auf dem Weg bis hier her.

Was immer so war, ist das Bedürfnis, dass ich mich am Arbeitsplatz wohlfühlen und mich mit Menschen umgeben wollte, die harmonisch ins Team passen.

Was hinzukam, sind Mitgefühl mit mir selbst und mein Vorsatz, Entscheidungen nicht mehr persönlich zu nehmen. Nicht leicht, aber sehr wirksam, wenn man konsequent bleibt und durchhält. Durch die tägliche Anwendung stärkt es positiv das Miteinander und schafft eine engere Bindung zu Geschäftspartnern und bringt bessere Geschäftsergebnisse.

Gespräche beflügeln

Sie selbst brennen mit Leidenschaft für das was Sie tun. Immer wieder setzen Sie neue Ideen um, wie beispielsweise sehr erfolgreich zuletzt den 1. Hessischen MUT-mach-Salon. Warum?

Die Gespräche mit jungen Menschen oder jenen, die an beruflichen Wendepunkten stehen, haben mich immer wieder selbst neu inspiriert. Daraus schöpfe ich sehr viel, es beflügelt mich auch, wenn mir Menschen sagen, dass ich weiterhelfen oder Impulse geben konnte.

Das Thema „Schafft die Angst ab!“ hat sich nach einer Sammlung von vielen Ereignissen für mich als notwendig dargestellt. Ich wollte gerade im derzeitigen Klima der Veränderungen in Wirtschaft, Politik und den vielen neuen Herausforderungen im Unternehmen durch Regularien oder gesetzliche Änderungen aktiv als Gestalterin agieren. Wir müssen Mut machen, mit gutem Beispiel vorangehen, um jungen Menschen zu zeigen, dass es sich lohnt und durch eine Arbeit, die man gerne macht, ein Glücksgefühl und persönliche Erfüllung entstehen kann.

Und wie gelingt es Ihnen, Ihre Belegschaft ebenso zu begeistern?

Über die Freude am Tun. Dass wir auch die schwierigsten Aufgaben gemeinsam bewältigen können. Mitgefühl mit sich selbst und mit dem Kollegen empfinden, die Schwächen des anderen ausgleichen und die Stärken für das Team nutzen. Das sind für mich die Schlüsselfaktoren, um im permanenten Spannungsfeld zwischen Anforderungen von Kunden, Machbarkeit im Unternehmen, Bedürfnissen der Familie und der Wunsch nach Freizeitgestaltung erfolgreich zu sein. Nur wenn diese Bereiche flexibel und je nach Situation justiert und angepasst werden, können starke Bande entstehen, die ein Team zusammenschweißen. Im Gemeinschaftsgedanken liegt die Kraft und das Potential.

Wenn wir gewusst hätten

Sie gehören als vergleichsweise kleiner Betrieb heute zur Innovationselite weltweit. Inwiefern ist Ihre Begeisterung der Erfolgsfaktor für Ihr gutes Team?

Einen Spruch von Apple haben wir uns zu eigen gemacht „Wenn wir gewusst hätten, dass es nicht möglich ist, hätten wir es nicht geschafft.“ Ich führe mein Team von jeher so, dass wir das große Ziel aufzeigen, aber immer von Woche zu Woche die Etappenziele feiern. Selten besteigt jemand einen hohen Berg an einem Tag. Man plant Zwischenziele, man ruht aus, muss manchmal den Anstieg abbrechen, um zurückzugehen und neu Kraft zu tanken, um dann den Anstieg über eine andere Route zu versuchen.

In regelmäßigen Besprechungen planen wir Veränderungen oder finden Lösungen, um entdeckte Schwachstellen zu schließen. Wir haben uns eine sehr gute Bewältigungskultur erarbeitet. Feiern dann mit dem Verständnis „wir sind wieder klüger und besser geworden“. Eine sehr große Chance für das Unternehmen. Das ging nicht von heute auf morgen. Aber die vom Leben und Geschäftsleben bereitgestellten Hürden und Aufgaben haben mir gezeigt, was in uns und in mir steckt. Die gemeinsame Bewältigung schweißt zusammen.

Was empfehlen Sie anderen Betrieben, um Fachkräfte und Mitarbeiter zu finden?

Ein Kollege geht direkt in die Schulen rein und bietet jungen Menschen kostenlos Schnupperkurse an Samstagen im Unternehmen an. Enger Kontakt zur Handwerkerinnerung, der IHK und den Schulen ist wichtig. Einfach aktiv auf die Verantwortlichen zugehen, es gibt so viele engagierte Menschen, die unterstützen möchten. Man muss einfach fragen. Für mich war das immer ein erfolgreicher Weg.

Offenheit zahlt sich aus

Was muss man aus Ihrer Sicht schon heute für gute Mitarbeiter, Azubis oder auch Nachfolger tun?

Offen über Vor- und Nachteile sprechen. Gerade im Zuge der Digitalisierung und Prozessveränderungen in vielen Bereichen spüre ich ein starkes Bedürfnis nach Gesprächen und persönlichem Austausch. Da insbesondere die Eltern zu überzeugen sind, gerade wenn es um Lehrberufe für das Handwerk geht, könnte ich mir vorstellen, dass es eine gute Möglichkeit wäre, in Schulen Informationsabende für Schüler und Eltern zu veranstalten.

Vielleicht ist hier ein Ansatz, eine entsprechende Veranstaltung zweimal im Jahr anzuregen. Für mich ist ein Schlüsselelement aktiv aufeinander zugehen, und wohlwollende Unterstützer finden sich dann auch, wenn man Interesse an den jungen Menschen zeigt.

Liebe Frau Engel-Dahan, haben Sie herzlichen Dank für das interessante und inspirierende Gespräch!

Lock Your World GmbH & Co. KG und Form Your World –
Manuela Engel-Dahan
Gewerbestraße 25
63619 Bad Orb

www.LockYourWorld.com und www.FormYourWorld.de

Schafft die Angst ab! Volume 2

  1. Hessischer MUT-mach-SALON
    Donnerstag, 29.11.2018, 18.00 bis 21.00 Uhr

Motto des Abends:
„Vision oder Illusion — was sagt der innere Kompass“

 

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